Team Telekom

Einen Einheimischen (der Begriff „Einheimischer“ ist in diesem Kontext geradezu lächerlich, da hier zwei von drei Chinesen sowieso aus dem Umland kommen) zu fragen, wie er es eigentlich mit der KP hält, führt in etwa zur gleichen Reaktion, wie wenn der Jogi auf einer Pressekonferenz sagt „…das mit der Abseitsregel habe ich im Grunde noch nie wirklich verstanden.“ – Stirnrunzeln. Als ich das erste Mal nach China kam, brachte ich eine Form der Kampfeshaltung mit, die stark an die heutigen Studenten der deutschen Universitäten auf den Demos erinnert, welche gegen alles (zurecht!) liebend gern demonstrieren, die für Demos in anderen Ländern demonstrieren oder gegen Länder demonstrieren, in denen zurzeit demonstriert wird, während einem aus den Boxen stets die gleiche „Protest“-Musik entgegenschlägt („System“ von den Ärzten, „Krawall und Remmidemmi“ von Deichkind etc. pp.)*. Geradezu unbedarft in ihrer Haltung, was jedwede Form von Politisierung des alltäglichen Lebens seitens der Partei betrifft, stößt man nicht unbedingt auf Desinteresse, eher auf bare Unkenntnis der eigenen Vergangenheit, was wiederum charmant sein kann, wenn dir der Briefträger aufmerksam zuhört, was du über die Geschehnisse in Peking von vor 24 Jahren zu reden weißt (oder es versuchst). Ui! In diese thematische Ecke habe ich mich auf dieser Seite ja noch nie vorgewagt. Belassen wir es dabei und wenden uns den wirklich verabscheuungswürdigen Tatsachen zu.  Wir haben heute unsere Abschlusszeugnisse bekommen und ein T-Shirt. Natürlich sind Farbe und Stoff wettergerecht gewählt. Ein wunderbar dickes, rosa Polo-Shirt, das alle 150 Sprachstudenten bekommen haben, welches gegen die Wärme auf der staubigen Straße schützt und was die Willkür chinesischer Behörden besser zusammenfasst, als abgerissene Straßenzüge oder 80-stöckige Universitätsgebäude, von denen sich alle paar Wochen Studenten hinunterstürzen.

Der Rest ist Schweigen.

*was natürlich nicht heißen soll, das man nicht demonstrieren darf. Aber um hier inhaltlich tiefer zu gehen, fehlt mir gerade ein Kaffee und ein neuer Hauptsatz und auf weitere Nebensätze habe ich keine Lust gerade.

Über harrykrishna1104

Ich bin gerade nicht "unterwegs", lag erst relativ statisch in Hamburg (jetzt Darmstadt; ich gehe diesen Text nach 5 Jahren nochmal durch) vor Anker und war mit den letzten DINA4-Seiten meines Sinologie-Studiums beschäftigt. Trotzdem finde ich, dass man sich Faszination, Ansprüchen und Wünschen usw (wurschd!Ich ändere gerade eine Beschreibung von vor 5 Jahren, da geht es um sowas nicht mehr, wer hat das denn) aussetzen darf (bitte was? Raststätte?) und mit dem auseinandersetzen (weil geschwätzt) muss, das sich gerade eben nicht in Reichweite befindet. Neben China (Ist neben anderem auch Ulan Bator) darf das im Grunde alles sein (Gemein, hier reinzupfuschen, aber ich fühl mich so klug). Einzige Voraussetzung(en): Ausformuliert und/oder ausgedacht.
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