Uno Vodka-Redbull por favor

Etwas zu bestellen, scheint immer recht einfach.  Zu unterschiedlichen Zeiten hatte ich eine Visumsverlängerung und ein Vodka-Redbull in Auftrag gegeben (und auch nicht bei derselben Behörde). Rückblickend bekam ich alles exakt so, wie ich mir das erhofft hatte. Das Prozedere war aber erwartungsgemäß wieder recht unorthodox.

Glücklicherweise muss ich im Juli für mein Residence-Permit doch nicht nach Hongkong  ausreisen. Das ging alles im Foyer eines Studentenwohnheims vonstatten. Ein älterer Polizist sah meine Unterlagen durch, vergewisserte sich meiner Heidelberger Herkunft, um mich dann zum Plausch mit einer Kollegin einzuladen, die da mal in Urlaub war (und auch in „Karl-Marx-Stadt“). Da ich bislang noch nicht Chemnitz sehen durfte, verlief die Unterhaltung zwar unterkühlt, doch recht zügig (kein Abschiebungsgrund also) und heute Mittag nahm ich mein neues Visum in Empfang. Nach erstem Durchsehen gab es am Visum selbst nicht viel zu bemängeln. Nur mein Reisepass hatte seine Farbe gewechselt und war jetzt peruanisch. Daher entschloss ich mich dazu, doch noch einmal von Deutschland zu erzählen (am Fenster des Büros stand ein kleiner Weihnachtsbaum) und schließlich bekam ich meinen alten Pass zurück.

Das Vodka-Redbull war nicht ganz so teuer wie das Visum und hörte sich auch ungleich besser an als das „Diet Cock“ auf der Getränkekarte. Also ließ ich gestern Abend meinen Wunsch danach der Kellnerin wissen. Fünf Minuten später kam sie mit einem Eimer Vodka-Redbull und zwei Strohhalmen an unseren Tisch zurück und stellte ihn vor mir ab. Ich kam mir vor, als wäre ich auf dem Dorf zum Milch holen beim Bauern fortgeschickt worden. Okay, je mehr desto besser. Ich fragte nach Gläsern und die Kellnerin kam mit einem Becher zurück. Wir saßen also wieder einmal in der Gruppe da und der Deutsche hatte sich, allem Anschein nach, einen Eimer Vodka-Redbull und ein Glas beschafft. Nach zwei eigenen Botengängen hatte sich auch das Problem erledigt. Heute Abend kann ich nun ein Residence Permit und Kopfweh mein Eigen nennen.

Über harrykrishna1104

Ich bin gerade nicht "unterwegs", lag erst relativ statisch in Hamburg (jetzt Darmstadt; ich gehe diesen Text nach 5 Jahren nochmal durch) vor Anker und war mit den letzten DINA4-Seiten meines Sinologie-Studiums beschäftigt. Trotzdem finde ich, dass man sich Faszination, Ansprüchen und Wünschen usw (wurschd!Ich ändere gerade eine Beschreibung von vor 5 Jahren, da geht es um sowas nicht mehr, wer hat das denn) aussetzen darf (bitte was? Raststätte?) und mit dem auseinandersetzen (weil geschwätzt) muss, das sich gerade eben nicht in Reichweite befindet. Neben China (Ist neben anderem auch Ulan Bator) darf das im Grunde alles sein (Gemein, hier reinzupfuschen, aber ich fühl mich so klug). Einzige Voraussetzung(en): Ausformuliert und/oder ausgedacht.
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