„Zwischenmenschliche Beziehungen“

Die Atmosphäre im Unterricht ist so wechselhaft wie das Wett…Schluss! Kein Bezug zum Wetter mehr für geraume Zeit. Aber lesen Sie bitte weiter. Es kommt „hitler“ darin vor. Jedes Lehrbuch ist unterteilt in einzelne Kapitel („Wahnsinn.“) und jede Lektion hat ihr Thema, um das sie kreist. Die ersten drei hatten „U-Bahn fahren“, „Zwischenmenschliche Beziehungen“ und „Wege zur Entspannung“ in ihrem Mittelpunkt. Man sitzt Montagmorgens in der Klasse, kommt sozusagen aus einer Woche, in der Vorzüge und Nachteile des Transportes angesprochen und diskutiert werden mussten und wird schließlich höchst angreifbar und müde in einen Hörverstehens-Kurs hineingestoßen, der „menschliche Beziehungen“ anspricht. Man dürfte annehmen, es sei einfach, sich in der Klassengemeinschaft zu verstecken und vor sich hinzudämmern.  Abrupt ändert sich die eigene Situation, wenn die Lehrerin ganz fröhlich das neue Thema ankündigt („Menschliche Beziehungen“). Nicht, dass ich sonderlich schlecht im Umgang mit anderen Menschen wäre, doch es gab da ja mal einen, der kannte sich doch sogar ganz furchtbar damit aus, andere beispiellos schlimm zu behandeln. Der Text wird uns von CD abgespielt.

Ich sinke tiefer in meinen Stuhl, während der Sprecher fragt, was es mit dem deutschen Offizier und den Juden überhaupt auf sich hat. Schnell wäge ich meine Möglichkeiten ab. Hilfe kann ich nicht von meinen Kollegen erwarten. Auch nicht von den Japanern und Italienern. Stattdessen verfluche ich denjenigen, der das einzige Thema für ein Lehrbuch auswählt, das einen Studenten mit deutschem Reisepass schachmatt setzt. Ich konzentriere mein ganzes Denken auf diesen Pädagogen. Bestimmt hochambitioniert, einmal nicht das übliche anzuschneiden, sondern lieber den Studenten was Spannendes bieten! (Achte Klasse, dialektische Erörterung „Ganztagsschulen –ja oder nein?“…man erinnert sich).

Schnurstracks ist der Spuk schon wieder vorbei. Nichts ist passiert. Vor der Klasse steht nun ein Koreaner, der uns erzählen muss, was er am Wochenende gemacht hat.

Er eröffnet seinen Vortrag: „Nanjing Road.“

„Was?“, fragt ihn die Lehrerin.

„Kleider…“

„Genauer bitte.“

„Kleider kaufen und essen.“

„Was hast du denn gegessen?“

„Chinesisch“ [er grinst zufrieden ob seiner schlagkräftigen Antwort]

„War’s das schon?“, fragt die Lehrerin.

„Ja, das ist so die Situation im Allgemeinen…“ [keine Ahnung, weshalb er sich so ausdrückt]

Ein normaler Montagmorgen. Zu Hause angekommen, rufe ich den dreiköpfigen Vermieter an und will wissen, wo unser Briefkastenschlüssel abgeblieben ist. Er bringt ihn nach 15 Minuten und nochmals eine Stunde später muss ich feststellen, . Ein Verdacht reift heran.

Über harrykrishna1104

Ich bin gerade nicht "unterwegs", lag erst relativ statisch in Hamburg (jetzt Darmstadt; ich gehe diesen Text nach 5 Jahren nochmal durch) vor Anker und war mit den letzten DINA4-Seiten meines Sinologie-Studiums beschäftigt. Trotzdem finde ich, dass man sich Faszination, Ansprüchen und Wünschen usw (wurschd!Ich ändere gerade eine Beschreibung von vor 5 Jahren, da geht es um sowas nicht mehr, wer hat das denn) aussetzen darf (bitte was? Raststätte?) und mit dem auseinandersetzen (weil geschwätzt) muss, das sich gerade eben nicht in Reichweite befindet. Neben China (Ist neben anderem auch Ulan Bator) darf das im Grunde alles sein (Gemein, hier reinzupfuschen, aber ich fühl mich so klug). Einzige Voraussetzung(en): Ausformuliert und/oder ausgedacht.
Dieser Beitrag wurde unter Two-Footed Tackle abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s